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Chronik der Ernestina - Teil 3 PDF Drucken E-Mail
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Teil 3: Von der Wiedereröffnung 1949 bis zum 100. Stiftungsfest 1971
verfaßt von Franz Flessa


Wieder-Eröffnung 1949

Nachdem der AHV am 14.1.1949 zu neuem Leben erweckt war, kam bald der Wunsch auf, wieder eine Kneipe alten Stils zu feiern. So wurde am 28.5.1949 die ersten Kneipe bei "Schröck" (Hahnweg) gehalten. Erstmals seit 1935 wurden wieder die alten, vertrauten Lieder gesungen. 21 AHAH saßen in alter Bundesbrüderlichkeit an der lange vermißten Kneiptafel.

Diese Kneipe hatte solche Begeisterung ausgelöst, daß man am 18.6. die zweite Schröck-Kneipe folgen ließ. 56 Teilnehmer saßen nun an der Kneiptafel, an der Spitze Oberstudiendirektor Dr. Karl Schmorl, der schon 1930 zur Ernestina gefunden und ihr die Treue gehalten hatte. Deshalb erhielt Dr. Schmorl unter donnerndem Applaus das Ehrenband feierlich überreicht. Verheißungsvoller Höhepunkt war der Einsprung des ersten Nachkriegsfuchsen Rolf Bernhard, der vielleicht der Anfang einer erhofften Aktivitas werden konnte.

Die dritte Schröck-Kneipe am 8.7. brachte die erste Burschentaufe nach 1935. An der Spitze des Fuchsenrittes sah man AH Dr. Karl Schmorl, der mit den übrigen 31 Täuflingen durch AH Arno Lerch in unnachahmlicher Weise in den Burschenstand erhoben wurde.

Der Ernestina-Schrank, der seit 1935 auf dem Gang im Ernestinum stand, wurde mit großer Erwartung geholt. Man sah sich getäuscht, denn man fand nur von Motten zerfressene Reste von zwei blauen Pekeschen und die Lederteile der Chargencerevise. Da die Pekesche des Fuchsmajors aus Samt war, war sie noch "brauchbar". Wichtige Chroniken und Akten wurden mit 20 Prügeln vorgefunden.

Aufgrund des stürmischen Nachwuchses an Abiturienten, beschloß ein aoAHC im "Goldenen Stern" (Leopoldstraße) am 12.9.1949 wieder eine Aktivitas aufzubauen. Fünf AHAH erklärten sich trotz beruflicher Belastung bereit, als Reaktivierte die Leitung einer neuen Aktivitas zu übernehmen. Die Aufbauleitung lag in den Händen von:

Oskar Volk (34)       x
Rolf Werg (34) xx
Heinz Fratz (29) xxx
Herbert Wacker (26) Kassier
Arno Lerch (13) Chronist

Diese unermüdlichen Aktivisten eröffneten am 1. Oktober 1949 im "Halben Mond" (Steintor) die erste Aktivenkneipe nach 1935. 18 ehemalige Frontsoldaten, Studenten und Abiturienten sprangen als Füchse ein. Zwölf AHAH und neun Schüler füllten den engen Kneipraum. Der Chronist berichtet: "Es war ein wohlgelungener und verheißungsvoller Anfang für die kommenden Veranstaltungen der Aktivitas." Der Höhepunkt des Abends war das Bundeslied, das nun nach 14 Jahren auf einer Kneipe wieder in alter Frische erklang.

Auf der zweiten Kneipe konnten fünf Füchse geburscht werden. - Die Weihnachtskneipe bei "Schröck" sah 17 AHAH von der Casimiriana in drangvoller Enge mit der neuen Aktivitas vereint.

Der erste Tanz fand in der "Goldenen Traube" statt.

Nachdem nun der Schuljahresschluß im Juli lag, wurden die Semester neu eingeteilt: WS = September bis 1. Februar (Zeugnis), SS = Februar bis Juli (Zeugnis). Ab Januar 1950 übernahmen nun aktive Burschen die Chargen. 14 Füchse aus der Unterprima (= 8. Klasse) treten ein.

Am 19. März 1950 findet im "Halben Mond" die 70-Jahr-Feier seit Wiedereröffnung statt. - Zu Ostern steigt das erste Aktiventänzchen in Waldsachsen in der "Jägersruh". - Der Aktivitas gehören nun drei AHAH, 24 Burschen und 22 Füchse an. - Ein Ausflug mit dem Leiterwagen nach Banz dient als Ersatz für die Römhildfahrt. - Zum Stiftungsfest des Ernestinums tragen die Chargen die Fahne und die Aktivitas mit 18 AHAH nehmen in Vollcouleur am Festzug teil. Unter der tatkräftigen Förderung des Anstaltsleiters, unseres lieben AH Dr. Schmorl, geht es mit dem Leben der Aktivitas sprunghaft aufwärts. So kann der Chronist Lerch melden: "Unser Opfer an Zeit für die Aktivitas war nicht umsonst."

Das WS 50/51 bringt neue Pekeschen und damit ein farbigeres Bild an die Kneiptafel. - Da die Schüler des Casimirianums keine Verbindung haben dürfen, der Anstaltsleiter verbot dies, kommen sie auf die Ernestinakneipen und nehmen so teil am Frohsinn der Jugend.

Das SS 51 bringt immer wieder überfüllte Kneipen im "Halben Mond". Welch ein Geist herrschte, mögen die Worten des ersten aktiven Chronisten bezeugen: "Mancher von uns Jungen hat in der Ernestina Vorbilder und Kameraden gefunden, die ihm oft halfen über schwierige Dinge hinwegzukommen. So wurden wir wirklich Bundesbrüder! Wir wollen keinen Krieg mehr; wenn er aber nicht zu vermeiden ist, wissen wir: wo zwei Ernestiner zusammentreffen, werden sie gemäß ihrem Motto zusammenstehen! Abschließend gilt der Verbindung mein Wunsch, daß sie auch in Zukunft Idee und Gestaltung treuer Bundesbrüderlichkeit bleiben möge, so wie es bisher ihre vornehmste Aufgabe war."

Nach schweren Arbeitswochen in der Schule zog eine lustige Schar am 1. Juli 1951 mit dem Omnibus ins schöne Seßlach. Ein herrlicher, mit Birken geschmückter Marktplatz, lockte die durstige Meute zum erlabenden Frühschoppen. Der stellvertretende Vorsitzende des AHV, Herbert Wacker, wurde eigens für seine Festrede per Auto von seinem Sportkampf geholt. Ein Konzert trieb die Stimmung bald auf den Höhepunkt. Bürgermeister Kolb hieß die Gäste willkommen und forderte seine Bürger auf, sich doch auch an die Tische zu setzen. Langsam tauten die Seßlacher auf. Nach einem prächtigen Mahle folgte ein Stadtrundgang mit Besichtigung der Geyersburg. Am Nachmittag sah man viele AHAH mit ihren Gattinnen und das fröhliche Volk der Seßlacher. So war es kein Wunder, daß die Bevölkerung beim triumphalen Abmarsch die begeisterten Ernestiner bis zum Omnibus vor die Tore Seßlachs geleiteten.

Das WS 51/52 sah weiterhin überfüllte Kneipen im "Halben Mond". - Das erste größere Fest der Aktivitas bildete die Feier im "Löwen" (früher Bonengel) am 3. November 1951 zur 45jährigen Anerkennung durch die Schule. - Die Weihnachtskneipe stieg im "Halben Mond". - Der Tanz wurde in der "Goldenen Traube" recht festlich gestaltet.

Das SS 52 brachte etwas Neues: BC im Ernestinum im Klassenzimmer 11 mit Bier! "Es war sonst kein Lokal aufzutreiben!" - Die Schüler des Casimirianums sind weiterhin gern gesehene Gäste. - Das 72. Stiftungsfest wurde im "Löwen" gefeiert. Hier überreichte AH Franz Flessa der Aktivitas sein neuerstelltes Wappen nach dem Vorbild von 1885. - Zum Schulstiftungsfest wurde ein Kranz am Reiterdenkmal des Schulgründers Ernst II. niedergelegt.

Ein Maitanz im "Schützenhaus" bildete eine schöne Bereicherung des Aktivenbetriebs. - Den Höhepunkt brachte die zweite Seßlachfahrt im Juni. Mit einem Omnibus und einer Kapelle fuhr die lustige Schar vom Marktplatz ab. 50 Mann verstopften jeden freien Platz im Wagen. Dennoch zog man mit Pauken und Trompeten frisch in voller Wichs in Seßlach ein. Nach einem Dämmerschoppen "mit Freßpause" begann dann um 21 Uhr die Kneipe. Viele Seßlacher waren erschienen und garantierten für nötige Stimmung. Der neue Bürgermeister Franz begrüßte seine Gäste in launigen Worten. Es war ein ganz gelungenes Fest. Der ausgefallene Frühsport wurde dann durch einen strammen Frühschoppen ersetzt. Am Nachmittag war wieder im "Roten Ochsen" ein fröhlicher Tanz für ganz Seßlach angesetzt, der auch Coburger Damen an den geschmückten Tischen sah. Gegen 20 Uhr wurde diese köstliche Fahrt unter den Tisch getrunken.

Das WS 52/53 und das SS 53 brachte bei gleichbleibenden, ruhigen Veranstaltungen nur einen Höhepunkt, die dritte Seßlachfahrt. Wieder war die "Hauskapelle" Hacker dabei. Alles verlief nach Tradition. Zum Kommers begrüßte das Stadtoberhaupt seine Gäste und AH Dr. Heim, Seßlachs Männerwelt und, besonders erfreut, Abituria Bayreuth. Wieder schlugen die Wogen der Fröhlichkeit sehr hoch. Zum Frühschoppen brachte ein Bus aus Coburg die "Angetrauten, die Mütter und solche, die es noch werden wollten" zur lustigen Ernestinerschar. Ein Tanz am Nachmittag zog sich bis abends hin. Nach dem Abtrunk fuhr alles wieder nach Coburg zurück.

Das WS 53/54 sah auf den Kneipen zum ersten Male nach dem Kriege die "Ernesto-Albertina" und die" Absolvia Germania-Lichtenfels". - Der Kneipbetrieb lief nun in den gewohnten Bahnen. - Der Weihnachtstanz des AHV wurde zum ersten Male im Hotel "Excelsior" gehalten.

Im SS 54 erschien auf der Stiftungsfestkneipe am 20. März im "Münchner Hofbräu" AH Ernst Ponsel (21) aus französischer Kriegsgefangenschaft. - Der Ostertanz war im "Excelsior". - Im Juni brach die Ernestinerschar mit einem Bus zur vierten Seßlachfahrt auf. Die Aktivitas mußte sich eine neue Kapelle engagieren, die aber recht hinter den Wünschen zurückblieb. Auf dem Kommers konnte nur ein Seßlacher Bürger begrüßt werden: Bürgermeister Franz. Jedoch erschien gegen Mitternacht der Gesangverein und entschädigte die Corona durch einige schöne Volkslieder. Die Abituria Bayreuth hatte gleich zum Tanz ihre Damen mitgebracht. Nach dem Frühschoppen, der durch "Sonntagsfahrer" verschönert wurde, ging es in die Tanzveranstaltung des Nachmittags über. Bei brütender Hitze schwang man das Tanzbein und versuchte Kühlung durch das frische Bier zu finden. Nach dem Abtrunk am Abend rollte der Bus mit der müdegewordenen Corona zurück.

Nach einem kurzen Lokalwechsel zum "Maulaff" (Ecke Zinkenwehr/Böhmsgäßchen) im WS 54/55 eilte man dankbar zum "Halben Mond" zurück. Die Kneipen verliefen ohne größere Ereignisse.

Das SS 55 brachte sogar 19 Füchse. - Das 75. Stiftungsfest wurde Ostern recht groß gefeiert. Am ersten Tage fand in der kleinen Aula des Ernestinums eine Heldengedenkfeier statt. Anschließend wurden Kränze auf dem Friedhof an den Gräbern von Oberschulrat Dr. Riemann, Schulrat Amhof und am Grabe des Ehrenvorsitzenden Prof. Weißbrod niedergelegt. Später wurde am Ehrenmal auf dem Schloßplatz sowie auf dem Callenberg für Herzog Carl Eduard Kränze niedergelegt. Am Abend fand nach einem kurzen AHC im "Münchner Hofbräu" ein sehr fröhlicher Begrüßungsabend statt. Am zweiten Tage stieg im "Saalbau Bätz" (Kanonenweg; das Gebäude wurde abgerissen. Zwischenzeitlich befand sich an dieser Stelle eine Tankstelle bzw. ein Gebrauchtwarenhändler) ein beachtlicher Festkommers. Nach dem Chargeneinzug konnte der zweite Vorsitzende des AHV, Herbert Wacker, die drei Bürgermeister begrüßen sowie Vertreter des Bundesgrenzschutzes, des Landrates, des Waffenrings, Vertreter der Verbindungen Casimiriana, Ernesto-Albertina, Abituria Bamberg, Abituria Bayreuth, Absolvia Germania Lichtenfels und Rosenburgia Kronach. Der erste Vorsitzende des AHV, Dr. Heim, überreichte bei seiner Festrede 100-Semesterbänder an die anwesenden Uhlich (89), Schamberger (89), Dr. Bähr (98), Fuchs (01) und von Berg (07). Kapellmeister Karl Fichtner erhielt das Ehrenband. Nach der Festrede übermittelte Oberbürgermeister Dr. Walter Langer Grußworte der Stadt, während Oberstudienrat Dr. Eugen Geyrhalter die Glückwünsche des Ernestinums überbrachte. Viel Freude machte die gereimte Festrede von Dr. Friedrich von der Casimiriana. Das Fest klang am nächsten Tage mit einem Ball im Festungshof aus. Drangvolle Enge ließ dennoch eine ungeheure Fröhlichkeit aufkommen. - Die Aktivitas wollte für Seßlach einen besseren Ort finden, da dies aber nicht gelang, fiel diese Fahrt diesmal aus.

Die Veranstaltungen nach eingefahrenem Geleise laufen Semester für Semester im Gleichklang ab. Aus dem SS 56 sei ein Kuriosum berichtet: bei der 56. Stiftungsfestkneipe im "Münchner Hofbräu" saßen wie vor 25 Jahren im Jahre 1931 die damaligen drei Chargierten Dr. Otto Dehler, Hans Richter und Dr. Albert Elstner im Präsidium. - 23 Füchse hatte dieses Semester. - Aus Terminschwierigkeiten fiel die Seßlachfahrt wieder aus. - Jedoch zur 900-Jahr-Feier der Stadt nahm am 8. Juli 1956 die Aktivitas mit Fahne und Couleur am Festzug teil.

20 Burschen und 39 Füchse feierten am 3. November 1956 die Anerkennung durch die Schule vor 50 Jahren mit einer Festkneipe in der "Goldenen Traube". Viele Lehrer und viele Gäste waren hierzu erschienen. - Das WS 56/57 erlief wieder programmgemäß, ebenso das SS 57. - Der Ostertanz auf dem Festungshof brachte eine Kometbesichtigung als "Einlage". - Zum ersten Male übernahm die Aktivitas die Ausrichtung des Schulballs zum Stiftungsfest, aber der Festungshof erwies sich als zu klein.

Dem WS 57/58 mögen die Worte des Chronisten K.H. Schindhelm vorausgehen: "Es besteht die Meinung, das Amt des Chronisten bringe nur Arbeit und Mühe mit sich. Wer dies glaubt, hat noch nie eine Chronik geführt. Wer kennt nicht die innere Freude, die der wahre Chronist erlebt. Der Chronist darf die Erlebnisse in der Gemeinschaft aufschreiben und aufbewahren, auf daß die Bundesbrüder einst, vielleicht nach langer Trennung, im Erinnern an vergangenes Glück oder Leid wieder zueinander finden. Doch um dem Geschriebenen die Seele zu geben, muß der Chronist mit dem Herzen dabei sein. Dann kämpft er gegen das Vergessen, gegen das Vergehen. Er bannt die Zeit und kettet sie in Worte, und seine Sätze bedeuten Geschichte!"

Mit 34 Burschen und 31 Füchsen findet die Antrittskneipe im "Reichsgraf" statt. Man muß nun in größere Säle ausweichen. So findet die Weihnachtskneipe in Cortendorf, der Weihnachtstanz im Saalbau "Bätz" statt.

Aus dem SS 58 ist der erste gemeinsame ,Drei-Farben-Kommers" der Coburger Schülerverbindungen im "Münchner Hofbräu" zu erwähnen, dem am nächsten Tage noch ein "Drei-Farben-Tanz" auf dem ,"Festungshof" folgte. 23 Füchse werden geburscht; hierzu schreibt der Chronist: "Aber ist der Bund nicht zu groß? Es wird wohl etwas zu leicht geworden, Ernestiner zu werden und zu sein. Hoffen wir, daß der Geist jener schweren Jahre der Wiedergründung nach dem totalen Zusammenbruch Deutschlands wiederkehren möge!" Hierzu paßt sehr gut die Bitte der Ernesto-Albertina sie zu unterstützen, da "das Lehrerkollegium ihre Verbindung aus pädagogischen Gründen nicht verantworten könne." Der Schulfestball fand wieder unter der Leitung der Aktivitas im Rosengarten bei Regen und großer Enge statt.

23 Burschen und neun Füchse erlebten auf der Antrittskneipe eine "Spezial- Einlage": Der xxx erhält ein "Podest" in den Ernestinafarben "um seine Länge zu verlängern";, da er nun nicht mehr mit dem Schläger den Tisch erreicht, bekommt er auf einer späteren Kneipe ein "erhabenes Schlagbrett". Dennoch war der xxx ein prächtiger Bursche. - Auch die Weihnachtskneipe erlebte eine "Spezial-Einlage": für 20 Liter Freibier für die Aktivitas ließ sich ein junger AH den Bart von der Corona "entfernen". Dieser Jahrgang war voller Humor und Tatendrang.

Im SS 59 übernahm auf der Stiftungsfestkneipe in der "Goldenen Traube" die "Familie Schmorl" in der Fidulität alle drei Chargen. - Den Schultanz im Rosengarten leitete wieder die Aktivitas.

Das WS 59/60 verlief wieder im gewohnten Rahmen. Es fand der zweite "Drei-Farben- Kommers" im Saalbau "Bätz" statt. - Wieder wurde an Bundesbrüder in der DDR, wie seit Jahren üblich, Geschenkpakete geschickt.

Das SS 60 brachte Ostern im Saalbau "Bätz" die Festkneipe anläßlich der "80 Jahre Aktivitas und 50 Jahre AHV". In seiner Festrede sagte Seidel x: "Die Liebe zur Vergangenheit hat nichts mit reaktionärer Politik zu tun. Die völlige Zerstörung der Vergangenheit ist aber vielleicht das größte aller Verbrechen. Denn die Zukunft gibt uns nichts, wir sind es, die ihr alles geben müssen!" AH Fuchs (01) und v. Berg (07) werden Ehrenmitglieder. Am Sonntag stieg der AHC und am Montag war ein Ball auf dem "Festungshof". Ein Exbummel vereinigte nochmals die Ernestiner auf der Eckardtsklause. - Den zweite Höhepunkt des Semesters bildete die fünfte Seßlachfahrt. Drei Stunden vor Abfahrt erlitten x und xxx mit ihrem Motorrad einen schweren Unfall. So mußte schnell noch ein Ersatzpräsidium gewählt werden. Bei leichtem Regen fuhr der Bus mit der aufgeregten Ernestinercorona in Seßlach ein. Auf der Kneipe begrüßte Bürgermeister Franz wieder mit herzlichen Worten seine Ernestina. Ein erfreuliches Ereignis war der neue Kaplan, der trinkfreudig am abendlichen Geschehen sich beteiligte. Am nächsten Vormittag war Burschung und Chargenwahl. Der Nachmittag sah die "erweiterte" Ernestinerfamilie beim Tanz. - Auch in diesem Jahr leitete die Aktivitas den Schulfestball im Rosengarten.

Das WS 60/61 verlief reibungslos. Liederpaukabende brachten Abwechselung auf die Kneipen. - Die Gefallenenfeier der Schule wurde von der Aktivitas gestaltet. - Um den Vätern der Aktiven durch eigenes Erleben einer Kneipe bei der Ernestina mehr Verständnis für unsere Ziele zu geben, fand zum ersten Male eine "Väterkneipe" statt, die sehr großen Anklang bei den Vätern fand.

Das SS 61 brachte eine "Gemeinschaftskneipe" in Weismain. Die Teilnehmer: Germania Lichtenfels, Abituria Bayreuth, Casimiriana, Ernesto-Albertina, Germania Fürth und Ernestina. Doch alles verlief mit einem vorausgesagten Mißklang.

Am 26. April 1961 verschied plötzlich der Ehrenvorsitzende des AHV, Dr. Adabert Heim, der in ganz Coburg unter seinem Biernamen "Adam" bekannt war. Die Aktivitas nahm in Couleur mit Schulfahne und den Chargen an der Beistzungsfeierlichkeit mit vielen Trauernden teil. Ein Stück Ernestina war gegangen.

Mit "Ein Heller und Batzen" zog eine frohe Schar zum sechsten Male in "die zweitkleiste Stadt Bayerns", in Seßlach ein. Ein Dämmerschoppen leitete zur Burschung über. Auf der Kneipe konnte der x neben Bürgermeister Franz auch diesmal mehrere Bürger begrüßen. Zwölf AHAH halfen laustark auf der Kneipe mit. Als dann auch noch der Herr Kaplan den Saal betrat, schlugen die Wogen der Freude himmelhoch. Diesmal wurde wirklich ein Frühsport durchgeführt. Ein "Mädchenbus" und mehrere Privatwagen mit Damen trugen zum Gelingen des Tänzchens am Nachmittag wesentlich bei. - Wieder leitete die Aktivitas den Schulball im Rosengarten.

Im WS 61/62 führten 18 Burschen und 21 Füchse den Betrieb reibungslos durch. Hervorzuheben ist der "Drei-Farben-Tanz" im Festungshof. - Die Gefallenenfeier in der Schule lag wieder in den Händen der Aktivitas. - Mit der Väterkneipe und den Weihnachtsveranstaltungen schloß dieses ruhige Semester.

Den Höhepunkt im SS 62 bildete die siebte Seßlachfahrt. Erwartungsvoll stellte sich die Corona bei Ankunft in Seßlach dem "betriebseigenen Filmteam". Der Dämmerschoppen auf dem Marktplatz brachte mit seiner Bonbonverteilung unter die Kinder Seßlachs beiden Seiten viel Freude. Da der Saal der Krone "umfunktioniert" war, zog die Ernestinerschar im feierlichen Zuge zur Geiersburg. Nach der Burschung stieg eine fröhliche Kneipe, auf der 15 Füchse einsprangen. Bürgermeister Franz war sehr erfreut über die vielen AHAH aus Coburg. Nach dem Frühsport, der in einem Fußballspiel "Altburschen gegen Jungburschen" gipfelte, siegte die "reifere" Mannschaft, die Altburschen mit 9:3. Nach dem Frühschoppen auf dem Markt pilgerte man wieder zur Burg, um dort am Nachmittag nach Ankunft des "Mädchenbusses" bis abends recht "modern" die Tanzbeine zu schwingen. - Nach der Semesterabschlußkneipe, die wieder sehr stark besucht war, leitete die Aktivitas diesmal mit der SMV den Schulball im Rosengarten.

Im WS 62/63 hielten 17 Burschen und 26 Füchse ihre Veranstaltungen im gewohnten Rahmen ab.

Im SS 63 konnte die Aktivitas auf der Stiftungsfestkneipe am 23. März den neuen Anstaltsleiter, Oberstudiendirektor Ernst Höfer, in ihren Reihen begrüßen, der vorher immer zum Wochenende bei seiner Familie auswärts weilte. - Der Ostertanz fand auf dem Festungshof statt. - Bei herrlichem Sommerwetter brach die Ernestinerschar im Juli per Bus zur achten Seßlachfahrt auf. Der Dämmerschoppen war vorüber und das Abendbrot gerade eingenommen, als ein schweres Gewitter den Kneipbeginn auf der Geiersburg weit hinausschob. Diese Kneipe brachte wieder das gewohnte Bild mit aller Ausgelassenheit und Lebensfreude. Ein Fußballspiel gegen die beiden Seßlacher Vereine brachte am nächsten Vormittag der "konditionsgeschwächten" Ernestinermannschaft eine 3:7 Niederlage ein. Der Nachmittag war wieder dem Tanzsport gewidmet. - Diesmal war der Schulball im "Coburger Hofbräu", den die Aktivitas gestaltete.

Im WS 63/64 verlief für 20 Burschen und 18 Füchse das Programm der Kneipen in gewohnter Weise. - Neben der Gefallenenfeier in der Schule, nahm die Aktivitas an der Einweihung der Ernestina-Ehrentafel (nach einem Entwurf von AH Franz Flessa entstanden) auf dem Friedhof teil. - Die Weihnachtskneipe war wieder in der "Goldenen Traube"; hingegen fand zum ersten Mal der Tanz im Kongreßhaus statt.

Im SS 64 stieg wieder der Tanz zu Ostern im Festungshof. - Nach üblicher Weise begann man die neunte Seßlachfahrt mit dem Dämmerschoppen und der Bonbonverteilung auf dem Marktplatz. Nach dem Abendimbiß wandelte die Corona zur Kneipe auf den Geiersberg. Zur Kneipe war von den Seßlachern nur Bürgermeister Franz erschienen. Für gute Führung erhielt Dudek x aus der Hand des ersten Vorsitzenden des AHV, Herbert Wacker, einen Ernestinabierkrug überreicht. Das Fußballspiel am nächsten Morgen fiel dem Regen zum Opfer. Der Nachmittag vereinigte alle Ernestiner zu einem sehr lautstarken Tanz auf der Geiersburg. - Auch dieses Mal wurde ein Kranz am Denkmal Ernst II. zum Stiftungsfest der Schule niedergelegt. Der Schulball war wieder unter der Leitung der Aktivitas im "Münchner Hofbräu".

Auch das WS 64/65 nahm für 17 Burschen und 18 Füchsen den gewohnten Verlauf. - Neben der Leitung der Gefallenenfeier im Ernestinum, nahm die Aktivitas an der Totenfeier im Friedhof teil. - Die Weihnachtskneipe in der "Goldenen Traube" war wieder einmal überfüllt. - Der Tanz stieg im Kongreßhaus.

Unter starker Beteiligung der AHAH und vieler Gäste stieg im SS 65 im Kongreßhaus die 85. Stiftungskneipe. - Der zweite Höhepunkt im Semester war die zehnte Seßlachfahrt. Der Dämmerschoppen fand des Regens wegen in der "Krone" statt. Zum ersten Male standen Privatquartiere zur Verfügung. Auf der Geiersburg konnte die Aktivitas neben Bürgermeister Franz auch einige Stadträte, Vertreter der Casimiriana, der Cheruskia und sehr viele AHAH begrüßen. Der Vorsitzende des AHV Wacker überreichte Bürgermeister Franz eine Spende von 100 Mark und einen Stich von Coburg. Mit großer Freude überreichte Wacker das Ehrenband unserem treuen Bürgermeister Franz, der sich tiefgerührt darüber bedankte und die AHAH in das "Goldene Buch der Stadt Seßlach" eintragen ließ. Ferner überreichte er einen Stich der Stadt. Anschließend wurden zwölf Füchse getauft. Die prächtige Kneipe schloß mit einem Salamander auf unseren jüngsten AH Franz. Das Fußballspiel fiel dem Regen zum Opfer. Am Nachmittag wurde wieder ausgiebig bis zur Abfahrt getanzt. - Auch in diesem Jahre wurde ein Kranz am Denkmal Herzog Ernst II. niedergelegt. Der Schulball unter Ernestinerleitung wurde im Kongreßhaus gehalten.

13 Burschen und 26 Füchse begannen das WS 65/66 sehr verheißungsvoll. Nach dem Drei-Farben-Kommers im "Coburger Hofbräu" lockerte sich die Disziplin. Jedoch konnte das Semester nach außen hin durch Erfüllung der üblichen Veranstaltungen über eine innere Gärung hinwegtäuschen. So konnte noch die Weihnachtskneipe in der "Goldenen Traube" und der Tanz im Kongreßhaus die Wünsche des AHV erfüllen. Aber schon zur 86. Stiftungsfestkneipe im "Bayernzimmer" des "Coburger Hofbräu" schreibt der Chronist: "Beim besten Willen war keine Ordnung mehr hinein zu bringen." Die Kneipen werden nur noch schwach besucht. Aber dafür wird zum ersten Male eine "Damenkneipe" veranstaltet. Die mangelnde Erziehungstätigkeit des xxx (nur eine Fuchsenstunde im Semester) zeigt sich auch im einzigen Fuchsenbummel: von 19 Füchsen erschienen neun und die erleben keinen Fuchsenbummel, sondern eine Bierreise durch fünf Lokale Coburgs. Der xx verschickt keine Einladungen mehr und somit werden auch keine Keilfüchse eingeladen.

Selbst der Chronist notiert in seiner Chronik böse Worte über die Pflichtvergessenheit des Präsidiums. Da kommt die "Nacht der starken Männer": vier Burschen, darunter x und xxx machen eine böse Tour mit Klassenkameraden durch den nächtlichen Hofgarten. Große bebilderte Zeitungsartikel erscheinen in beiden Zeitungen über die Verwüstungen. Auf Druck des AHV setzt die Aktivitas die zwei Chargierten ab und bestraft die Täter mit Suspension bis Semesterende. - Die Seßlachfahrt konnte nicht stattfinden, weil der x keine Vorbereitungen getroffen hatte. - Das Bild der bisher vorbildlichen Ernestina ist bei der Schule stark getrübt. - Auf der Abschlußkneipe erhält der Vorsitzende des AHV, Herbert Wacker, für "fast 30 Jahre im Dienst des AHV" ein Cerevis. Er bedankt sich mit den Worten: "Auch unter der neuen Mütze wird der alte Kopf stecken."

Auch das WS 66/67 bringt für 20 Burschen und 21 Füchse viel Disziplinlosigkeit. Auf der Antrittskneipe verschwindet die Kasse mit 200 Mark. Unter erheblichen Schwierigkeiten konnte diese mysteriöse Angelegenheit (das Geld kam wieder zurück) zu den Akten gelegt werden. Es scheint, daß der gesäte Ungeist der modernen Pädagogik Früchte tragen wird. So verschwand auf dem Drei-Faben-Kommers in der "Goldenen Traube" die Cuprum-Kasse. Ernste Verstimmung brachte für diese Kneipe schon um 22 Uhr den Schluß.

Sollte das so weitergehen? Der AHV schafft es nochmals wieder Ordnung in die Reihen der Aktivitas zu bringen. Die ausgefallene Stiftungsfestkneipe im SS 66 wird mit der Feier der 60jährigen Anerkennung und der Weihnachtskneipe gekoppelt nachgeholt. Die Begrüßung der überaus zahlreich erschienenen Bundesbrüder übernimmt AH Franz Flessa. Der Vorsitzende des AHV, Dr. Wilhelm Schramm, teilt der Corona mit, daß AH Franz Flessa schriftliche Beweise zusammengetragen habe, die das Gründungsdatum der Ernestina auf den 22. Juni 1871 festlegen müssen. - Auch der Tanz fand im Kongreßhaus statt.

Im SS 67 springt nachweisbar der 1000. Fuchs in die Ernestina ein. - Die seit mehreren Semestern andauernde Diskussion über das Bundeslied findet nun seinen Abschluß. Eine siebenköpfige Kommission unter der Leitung von AH Dr. Harald Bachmann (61) war zur Ausarbeitung von Vorschlägen eingesetzt worden. Man war sich einig, daß das alte Bundeslied erhalten und nur eine Änderung im Text erfolgen soll. So genehmigte der Osterconvent am 23. März 1967 eine "Kürzung" des Liedes auf die Strophen 1, 2 und 6 und folgenden Refrain:
"Wenn Treu und Glauben weichen,
Ihr Brüder habt zum Zeichen,
den Burschen reißt es fort in Sturmeswehen,
im Lebenskampfe seinen Mann zu stehn."

Allerdings scheint der Refrain in dieser Form nicht gesungen worden zu sein. Vielmehr setzte sich die auch heute noch gebräuchliche Form durch, bei der lediglich die letzten beiden Zeilen übernommen wurden. -

Den Höhepunkt und zugleich Abschluß des SS bildete die elfte Seßlachtfahrt, verbunden mit der 96. Stiftungsfestkneipe (neuerer Rechnung). Der Dämmerschoppen mußte wegen Nieselregens in die "Krone" verlegt werden. Auf der Kneipe im Saal der Geiersburg erhielten neun Füchse das Band. Neben AH Franz waren mehrere prominente Bürger erschienen. Vertreter der Cheruskia, sowie sehr viele AHAH konnte der xx begrüßen. Eine fröhliche, ausgelassene Kneipe ließ den AHV-Vorstand die Sorgen vergessen. Nach Abschluß der Kneipe bildete sich ein Fackelzug, der nach Seßlach bis zur Brücke über die Rodach führte. Dort gedachte AH Marpert bei einer kurzen Feier unserer Bundesbrüder jenseits der Zonengrenze. Am Morgen beendete ein internes Fußballspiel den offiziellen Teil. Schon um 14 Uhr zog die müde Corona nach Coburg zurück.

Das WS 67/68 begann für die 16 Burschen und 17 Füchse mit recht viel Sorgen. - Es wurde ein neuer, gedruckter Comment eingeführt, der von der Aktivitas gewünscht worden war. - Eine stark besuchte Väterkneipe gab nach außen wieder das bekannte gute Bild. Doch fehlte es immer wieder am Einsatzwillen der ganzen Aktivitas. "Angeregt durch den Zeitgeist" wollte sich keiner mehr für die Gemeinschaft einsetzen, daher brachte die Weihnachtskneipe im Kongreßhaus ein sehr schlechtes Bild: Kein Klavier, keine Dekoration, kein Weihnachtslied verschönten die Kneipe. Gerade einige studierende AHAH zeigten sich recht widerspenstisch und wenig einsichtsvoll. - Der Weihnachtsball fand im Kongreßhaus und die Abschlußkneipe im "Bayernzimmer" statt.

Das SS 68 brachte zu Ostern wieder einen Höhepunkt: Durch zahlreiche Spenden der ältesten AHAH konnte eine schlichte Fahne angeschafft werden. Für Festveranstaltungen hatte man sich bislang die Fahne der Schule ausgeliehen. Um diesen Zustand zu beenden, spendete der Ernestina-Jahrgang 1918 anläßlich der 100-Semester-Band-Verleihung spontan eine größere Summe. Der anschließende Spendenaufruf führte bald zu dem gewünschten Ergebnis, so daß AH Hermann Hofmann (18) auf der Festkneipe im Anschluß an den Osterconvent 1968 der Aktivitas die neue, eigene Fahne übergeben konnte. -

Zum Stiftungsfest am 28. Juni zog um 19 Uhr ein feierlicher Zug alter und junger Ernestiner mit der neuen Fahne vom Ernestinum zur Kranzniederlegung zum Reiterdenkmal. Dort wurde in schlichter Form des Stifters unserer Schule, Ernst II., gedacht. Auf der Kneipe waren zwei Vertreter des Literarischen Bundes zu Mühlhausen (Thüringen) erschienen, die die Bitte vortrugen, alle zwei Jahre einmal ihre Zusammenkunft mit unserer koppeln zu dürfen, da sie keine Aktivitas mehr haben, Ihr Wunsch wurde freudig erfüllt, zumal wir gemeinsam dasselbe Bundeslied haben.

Auf Kosten des AHV wurde an Stelle der Seßlachfahrt ein Ausflug nach Schloß Banz unternommen. Um 15 Uhr saß die Aktivitas mit vielen AHAH im Garten der Schloßwirtschaft. Das beschauliche Bratwurstessen wurde durch einen fremden "Mädchenbus" jäh unterbrochen. Der Abend brachte eine sehr turbulente Kneipe, die daher sehr bald schloß. Dennoch saßen die Vernünftigen ab 22 Uhr im trauten Kreise wieder friedlich beisammen und harrten sehnlich auf den Omnibus, der aber erst nach Mitternacht zur Heimfahrt erschien.

Das WS 68/69 zeigte zum ersten Male nur zwölf Burschen und elf Füchse. Die fehlende Keilarbeit machte sich nun ganz arg bemerkbar. Natürlich mußte wieder eine "Damenkneipe" stattfinden auf Kosten einer soliden Männerkneipe. Ohne Schwung zog sich das Semester bis zur Weihnachtskneipe hin, die in der "Goldenen Traube" ein übervolles Haus, sogar bei vier Tischreihen, brachte. Mangelnde Liederkenntnisse, mangelnde Fuchsenerziehung brachten einen recht lahmen Kneipbetrieb.

Im SS 69 zeigte ein "Drei-Farben-Kommers" im "Bayernzimmer" recht wenig Lichtblicke. - Wieder einmal zog die Ernestinercorona zur zwölften Fahrt nach Seßlach. AH Franz hatte als Bürgermeister seine Mühe gehabt, für uns den Burgsaal zu beschaffen. Wie üblich zog die Corona singend in das schöne Städtchen. Am Dämmerschoppen nahmen sogar die AHAH von Berg (80 Jahre) und Dr. Franz Carl (74 Jahre) in jugendlicher Frische teil. Die Kneipe fand im "Raubrittersaal" bei bester Stimmung statt. Kerzen schafften etwas Licht in den trüben Raum. Nur AH Franz und Rektor Thiersch waren von Seßlach erschienen, dafür aber umso mehr viele AHAH. Wieder zog man mit Fackeln zur Stadt zurück und wieder hielt AH Marpert die Feuerrede.

Das 98. Stiftungsfest fand diesmal im Gegenwart von 13 Vertretern des Literarischen Bundes zu Mühlhausen statt. Es begann eine Verbrüderung und die Stimmung war ganz großartig. Für besonders aktiven Einsatz erhielten drei Aktive aus den Händen des AHV-Vorsitzenden Dr. Schramm eine Geldprämie.

Das WS 69/70 mit elf Burschen und elf Füchsen zeigte eine starke Auflösungserscheinung. Der xxx verunglückte schwer und mußte sein Amt abgeben. Die Ansicht der "aktiven" Chargierten beweist der Ausspruch des xx: "Ich bin gegen Kneipen, weil die mir mit dem Schreiben der Einladungen viel Arbeit machen." So finden die Antrittskneipe, eine schlecht organisierte Väterkneipe und die vom AHV vorbereitete Weihnachtskneipe statt. Fuchsenstunden fielen aus, da "die Füchse schon alles wissen."

So brachte das SS 70 durch die Lahmheit der Chargierten der Aktivitas fast den Untergang. Es fehlte den Burschen die Fuchsenerziehung und der Verständnis der nötigen Keilarbeit. Deshalb beschloß der Vorstand des AHV eine selbstgeleitete Keilkneipe aufzuziehen. Dieser Abend hatte sich gelohnt: 45 Spefüchse füllten die "Loreley" bis auf den letzten Platz. Solch eine schwungvolle Kneipe hatte selbst die Aktivitas noch nicht erlebt.

Auf der Antrittskneipe im WS 70/71 sprangen gleich 23 Füchse ein. Da das Abitur schon Anfang Mai abgelegt wird, hat der AHV-Vorstand beschlossen, künftig schon die 11. Klasse (=Obersekunda = 7. Klasse) in die Ernestina aufzunehmen, da der Burschenjahrgang schon ab Ostern inaktiv wird.

Die Talsohle ist durchschritten, mit den einsatzfreudigen neuen Füchsen sind wir wieder beim Aufstieg!

Franz Flessa (26)

Hier endet der anläßlich des 100. Stiftungsfestes von Franz Flessa verfaßte Auszug aus der Chronik. Die Fortsetzung wurde von Andreas Kuschbert zum 125. Stiftungsfest verfaßt.