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Coburger Tageblatt - Montag, 2. März 1998

Pressefoto

Schülerverbindungen aus ganz Franken waren am Freitag abend beim Oberfrankenkommers im Kongreßhaus Rosengarten mit Chargierten vertreten. Ganz hinten die Chargierten der gastgebenden Ernestina (von links): Michael Schönfelder, Sebastian Weichelt und Kamil Grzlak.
Foto: A. Kuschbert

Toleranz gegen Andersdenkende

Schülerverbindungen trafen sich zum Oberfrankenkommers in Coburg / Rede von Alexander Luthardt

Coburg (rs). Rund 100 Angehörige von insgesamt zwölf oberfränkischen und einer unterfränkischen Schülerverbindung waren am Freitag abend nach Coburg gekommen, um gemeinsam einen Oberfrankenkommers zu feiern, der von der Schülerverbindung Ernsetina ausgerichtet wurde. Vor rund 20 Jahren wurde diese Tradition ins Leben gerufen, in den 80er Jahren fand ein solcher Kommers zum letzten Mal Coburg statt. Im Mittelpunkt des Abends stand die Rede des Vorsitzenden des Altherren-Verbandes (AHV) der Ernestina, Alexander Luthard.

Neben den Verbandsangehörigen hatten auch Vertreter aus Politik und Wirtschaft den Weg ins Kongreßhaus gefunden, darunter unter anderem Coburgs Oberbürgermeister Norbert Kastner, Bürgermeister Richard Dlouhy, Bürgermeister Norbert Tessmer, Bezirkstagspräsident Edgar Sitzmann, stellvertretender Landrat Joachim Lieb und Alt-OB Karl-Heinz Höhn. Seine Rede hatte AHV-Vorsitzender Alexander Luthardt unter das Thema "Stellung und Bedeutung von Schülerverbindungen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert" gestellt. Dabei orien tierte er sich an drei Elementen, die für die Ernestina von besonderer Bedeutung sind: der Zirkel, der Wahlspruch "Dem Bunde treu und treu dem Vaterlande" und das Motto "Oberste Pflicht eines jeden Ernestiners ist, auch auf der Kneipe die allgemein anerkan nten Regeln des Anstandes und der guten Sitte zu wahren."

Nach Luthardts Aussagen ergibt sich aus dem Zirkel, der soviel bedeutet wie ,"Die Brüder der Ernestina mögen in Ewigkeit leben" das Lebensbundprinzip, das auch über den Tod hinaus Bestand habe. Das Lebensbundprinzip beinhalte jedoch auch das bundesbrüderliche "Du", das am Kneiptisch und darüber hinaus jung und alt verbinde.

"Dem Bunde treu und treu dem Vaterlande" - dieses Motto bedeute nach den Worten des AHV-Vorsitzenden keineswegs "Kadavergehorsam bis zum Umfallen". Angesichts des Passus "und treu dem Vaterlande" erläuterte Luthardt, daß man darunter zum einen die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten in Deutschland und anderswo ebenso verstehe wie zum anderen die politische Betätigung, "ohne hierbei irgendeine politische Richtung vorzugeben oder zu manifestieren."

Luthardt: "Bei uns kann jeder politisch tätig sein, egal in welcher Richtung, vorausgesetzt es handelt sich um eine demokratisch legitimierte Partei und der jeweilige Bundesbruder hält seine parteipolitische Überzeugung aus unserem Bund heraus. " Treu dem Vaterlande heiße aber auch das Einstehen für eine freiheitlich demokratische Grundordnung, wie sie das Grundgesetz vorschreibe. "Das heißt natürlich auch Toleranz gegenüber Andersdenkenden und deren Meinungen und Überzeugungen", konstatierte der Referent.

Angesichts des Mottos der Ernestina, das durch Dr. Ernst Bähr, Direktor des Ernestinums von 1912 bis 1948 und Mitglied der Verbindung, geschaffen wurde, meinte Alexander Luthardt: "Es ist für uns wichtig und bedeutsam, althergebrachte Sitten und Umfangsformen im Rahmen unseres Bundes aufrecht zu erhalten, auch wenn diese heutzutage altmodisch erscheinen oder gar aus der Mode gekommen sind." Sei es der Respekt vor Älteren und deren erbrachten Leistungen oder seien es Dinge wie jemanden die Türe aufzuhalten, einem älteren Menschen einen Platz in einem überfüllten Bus anzubieten oder einfach nur tanzen zu lernen.

Zum Abschluß seiner Rede zeigt der AHV-Vorsitzende auf, was ein Schülerverbindung von heute keinerswegs sein soll. "Auf keinen Fall sind wir eine Gemeinschaft von fremdenfeindlichen, frauenverachtenden ewig gestrigen Revanchisten oder Neonazis." Vielmehr sei die Ernestina ein aktives und lebendiges Mitglied der Schulfamilie.

Angesichts der Rede von Alexander Luthardt sprach Oberbürgermeister Norbert Kastner, selbst seit fast 20 Jahren Mitglied der Schülerverbindungdung Casimiriana, davon, daß ihm der Referent aus der Seele gesprochen habe. "Es wäre wirklich gut, wenn diese Denken viel stärker nach außen getragen würde." Bezirkstagspräsident Edgar Sitzmann äußerte den Wunsch "daß in den Orten, an denen es Schülerverbindungen gibt, der oberfränkische Geist weiter wächst." Mit Blick auf die Festrede meinte er, daß das Verwurzeltsein in der Heimat und in Schülerverbindungen die beste Möglichkeit sei, um Kraft zu schöpfen "damit wir alle in Bayern und Deutschland beheimatet sind und wir gute Europäer werden."

Neue Presse - Montag, 2. März 1998

Pressefoto

Zwölf Schülerverbindungen aus Oberfranken, darunter die Damenverbindung Amazonia (Bayreuth), beteiligten sich am Oberfrankenkommers der ernestina. Dieser fand am Freitag abend im Kongreßhaus Rosengarten statt und bildete den Auftakt zu einer Reihe von Vera nstaltungen zum 150jährigen Jubiläum des Gymnasiums Ernestinum Ende März.
Foto: T. Höhn

"Kein Saufverein und billiger Keilclub"

Oberfrankenkommers der Schülerverbindung Ernestina im Kongreßhaus

Coburg (tdh). Mit dem Oberfrankenkommers der Schülerverbindung Ernestina fiel am Freitag abend der Startschuß zu den Jubiläumsfeierlichkeiten des Gymnasiums Ernestinum. Oberbürgermeister Norbert Kastner und Bezirkstagspräsident Edgar Sitzmann würdigten die Wichtigkeit der Institutionen.

"Wir sind kein Saufverein, der nur glücklich ist, wenn er bis zur Hutkrempe abgefüllt ist", stellte der Altherren-Vorsitzende der Ernestina, Alexander Luthardt, in seiner Festrede klar. "Wir sind als Schülerverbindung kein williger und billiger Keilclub für irgendwelche Studentenverbindungen", so Luthardt weiter. Darüber hinaus sei die Ernestina auch "keine Gemeinschaft von fremdenfeindlichen, frauenverachtenden, ewig gestrigen Revanchisten oder Neonazis".

Das Thema der Festrede zum Oberfrankenkommers, der nach 20 Jahren wieder einmal in Coburg stattfand, war die "Stellung und Bedeutung von Schülerverbindungen an der Schwelle zum 21.Jahrhundert". Alexander Luthardt, einst Erstchargierter, Aktivenbetreuer und nun Altherren-Vorsitzender meiner geliebten Ernestina" plauderte aus dem Nähkästchen.

Das bundesbrüderliche Du gehöre ebenso zum Wahlspruch ,,fratres ernestinae vivant in erternum" (Die Brüder Ernestina mögen in Ewigkeit leben) wie die Traditionspflege und das väterliche Verhältnis zwischen jung und alt.

Ziel der Alten Herren sei es, konstatierte der Festredner, "den jungen Aktiven ein lebendiges und durch Lebenserfahrung geprägtes aktives Bundeleben vorzuleben". Die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten des La ndes und Toleranz gegenüber Andersdenkenden gehören zum Bestreben der Ernestina.

Seine Freude über die treffenden Worte brachte Oberbürgermeister Norbert Kastner zum Ausdruck. Bezirkstagspräsident Edgar Sitzmann wünschte den Verbindungen, daß der Gemeinschaftsgedanke weiterwachse. "In einer Zeit, in der wir nur noch in großen Räumen denken - Schlagwort Globalisierung, müssen wir die Gedanken aus dem Kleinen, wie den Schülerverbindungen, schöpfen. Nur so können wir bestehen", sagte Sitzmann in seiner Laudatio.

Rund 150 Gäste aus Oberfranken und der Vestestadt nahmen am Auftakt zum 150jährigen Bestehen des Gymnasiums Ernestinum teil. Im Jubiläumsjahr 1998 stehen der Ernestina Sebastian Weichelt als Erstchargierter, Zweitchargierter Michael Schönfelder und Fuxmajor Kamil Grzclak vor.