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Coburger Tageblatt - Dienstag, 9. April 1996

Die Wurzeln reichen bis ins Mittelalter

Festkommers zum 125jährigen Bestehen der Ernestina / Vortrag über die Geschichte der Schülerverbindungen

COBURG (aku). Ein Festkommers am Samstagabend im Kongreßhaus Rosengarten bildete den Höhepunkt des Feierlichkeiten zum 125jährigen Bestehen de Schülerverbindung Ernestina. Als Festredner trat dabei Peter Engelhardt in Erscheinung, der die Geschichte der Schülerverbindungen in Deutschland beleuchtete.

Eröffnet wurde der Festkommers mit dem Einzug der drei Cargierten zu den Kängen des "Coburger Marschs", der von der Stadtkapelle unter der Leitung von Herbert Graf intoniert wurde. Zu diesem Festkommers waren neben Vetretern der Stadt Coburg auch Angehörige zahlreicher anderer Verbindungen nach Coburg gekommen. Die Kommersleitung oblag dem neuen Vorsitzenden des Altherrenverbandes, Alexander Luthardt.

Ein besonderes Geschenk hatte der Münchner Ernestina-Stammtisch mitgebracht. So heftete Dr. Otto Dehler ein extra für das 125. Stiftungsfest angefertigtes Fahnenband an die Fahne der Ernestina an.

Im Namen des Stadt Coburg gratulierte Bürgermeister Richard Dlouhy, selbt ein Ernestiner. Er wünschte derVerbindung, daß stets viele Füchse in Stall sind, "damit die alte Burschenherrlichkeit niemals untergeht." Mit einer Überraschung wartete der Vertreter der Schülerverbindung Casimiriana auf. Er überreichte die Replik eines Ernestina-Pfeifenkopfes aus dem Jahre 1878.

Die Geschichte der Schülerverbindungen in Deutschland beleuchtete Peter Engelhardt aus einer etwas anderen Sicht. Die Wurzeln der Schülerverbindungen gehen nach den Worten des Referenten wohl zurück bis ins frühe Mittelalter, als sich Schüler in Klosterschulen in internatsmäßigem Charakter zum Erlernen der lateinischen Sprache zusammenfanden.

Im zwölften Jahrhundert verlor die Klosterschule dann immer mehr an Bedeutung, die Schüler zog es in die Städte. Hieraus enstand die Zunft der sogenannten fahrenden Schüler. Mit des Zeit entwickelte sich das Gymnasium, an dem die Schüler vor allem lernten, lateinisch zu schreiben und lateinisch zu denken.

Mitte bis Ende des 18. Jahrhunderts erreichten neue Einflüsse die Universitäten und höheren Schulen: Von England aus drang das Freimaurertum in die deutschen Verbindungen ein, rasch gründeten sich in bereits bestehenden Korporationen akademische Logen beziehungsweise Orden. Die geistigen Inhalte beruhten unter anderem auf gegenseitiger Bruderhilfe und unverbrüchlicher Treue. Das Kneipen und Fechten der alten Verbindungen wurde jedoch beibehalten.

Sitten und Gebräuche dieser alten Orden leben auch in den heutigen Verbindungen weiter, beispielsweise in der Einteilung in verschiedene Grade. Und wie einst die Mitglieder der Orden wurden auch die Schülerverbindungen verfolgt.

Prominente Mitglieder geheimer Verbindungen waren unter anderem Turnvater Ludwig Jahn, der Komponist Robert Schumann, und auch Fürst Otto von Bismarck wird einer Verbindung zugeordnet.

Nach 1848 schossen Schülerverbindungen dann wie Pilze aus dem Boden. Mit der Proklamation von Wilhelm I. zum deutschen Kaiser im Jahre 1871 bagann die Blüte des Couleurstudententums.

Und wie schon oft, so nahm Coburg auch in diesem Bereich eine Sonderstellung ein. Als Beispiel nannte Peter Engelhardt das Jahr 1904, als der Bayerische Landtag zum verschärften Kampf gegen die Schulfuchsbünde aufrief, das "Tageblatt" dem Münchner Ministerium des Inneren für Kirchen- und Schulangelegenheiten hingegen aber riet, es solle sich in Coburg vom Nutzen einer offiziellen Pennalie überzeugen. Dennoch wurde gegen die Verbindungen scharf vorgegeangen, erst mit dem allmählichen Auftreten von Altherrenverbänden konnte der behördlichen Verfolgung wirkungsvoll entgegengetreten werden.

Nach dem Ersten Weltkrieg konnten sich dann Schüler ganz offiziell in Couleur frei bewegen, selbst Teile des Lehrkörpers nahmen an den Veranstaltungen der Verbindungen teil. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 begann das Ende sämtlicher Korporationen. Doch nach dem Krieg lebte das alte Gedankengut wieder auf. Die Aktive nahmen zum Teil astronomische Formen an. Mit Beginn der studentischen Unruhen um das Jahr 1968 herum traf ein schwerer Einbruch die Korporationen. Erst Mitte der 70er Jahre trat eine Beruhigung im Verbindungsalltag ein.