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Ideale sind Verpflichtung

Schülerverbindung Ernestina ehrte bei Weihnachtskneipe Mitglieder für lange Treue

Coburg. Nachdenklich stimmende Reden, aber vor allem die Verleihung von 100-Semesterbändern an langjährige Mitglieder standen im Mittelpunkt der Weihnachtskneipe der Schülerverbindung Ernestina im großen Saal des Pfarrzentrums von St. Augustin.

Vor den rund 100 Bundesbrüdern, die aus Nah und Fern zu dieser Veranstaltung gekommen waren, ging Erstchargierter Sebastian Aumann in seiner Rede auf das Jahr 2002 und dessen Ereignisse ein. Vor allem erinnerte er an die Flutkatastrophe in Bayern und in den neuen Bundesländern, die viele Lebensgrundlagen vernichtete und zugleich eine Spendenbereitschaft in ungeahntem Ausmaß hervorrief.

"In den Medien und unter den Politikern machte sich neben der berechtigten Anerkennung dieser Solidarität und Hilfsbereitschaft auch große Überraschung über deren Ausmaße breit", so Aumann. "Es ist fast so, als ob solche Begriffe eher selten die Runde gemacht hätten." Nach den Worten des Erstchargierten zeichne es eine Gesellschaft aus, wenn sie sich angesichts einer solchen Krise geschlossen hinter den betroffenen Teil stelle, "doch es gibt auch Aufschluss über ihren Zustand, wenn man sich das Miteinander der Menschen im normalen Alltag anschaut. Und hier, meine ich, steht es zumindest nicht zum Allerbesten."

Aumann weiter: "Wenn nämlich der Umgang miteinander im täglichen Leben von gegenseitiger Rücksichtnahme unter Unterstützung geprägt wäre, müsste man sich nicht darüber wundern, dass in schlechten Zeiten die Menschen füreinander da sind." Stattdessen werde die freie Entfaltung des Individuums gepriesen und Eigenverantwortung mehr und mehr gefordert. "Dann kann es durchaus vorkommen, dass Gemeinschaftsgefühl und Gemeinschaftssinn auf der Strecke bleiben."

Angesichts dieser Tatsachen sah Sebastian Aumann die starke Existenzberechtigung und Wichtigkeit von Bünden wie der Schülerverbindung Ernestina. "Wo, wenn nicht hier in unserem Kreis, ist Füreinander da sein, Gemeinschaft und Freundschaft so lebendig? Unsere Ideale sind nun auch unsere Verpflichtung in einer Zeit, in der Ideale zunehmend weniger werden."

In diesem Zusammenhang bat der Erstchargierte die Alten Herren, verstärkt die Veranstaltungen der Aktivitas zu besuchen, um gerade den jungen Bundesbrüdern die Wichtigkeit solcher Ideale vor Augen zu führen. Aumann: "Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, Freundschaft, Geselligkeit und Vaterlandsliebe nicht als leblose Worte auf Papier verkommen, sondern in unserem Kreis und darüber hinaus aufblühen zu lassen."

Den Faktor "Zeit" hatte Altherrenverbands-Vorsitzender Andreas Kuschbert in den Mittelpunkt seiner Rede gestellt. So sehnten sich die Menschen gerade in der Zeit um Weihnachten nach Ruhe, Frieden und nach Zeit, sich zu besinnen. "Doch nehmen wir uns die Zeit?", fragte Kuschbert in die Runde. Nehme jeder wirklich sein Lebensumfeld aufmerksam wahr, oder nehme sich der Einzelne die Zeit, die politische, wirtschaftliche und soziale Situation wirklich zu erleben?

Stattdessen gebe es ein Misstrauen in der Gesellschaft, das zum einen lähme und zum anderen die Ellbogengesellschaft immer mehr wachsen lasse. "Mitmenschen werden nur noch nach Nutzen und Vorteilen klassifiziert und ausgewählt, weniger perfekte Menschen haben kaum Chancen, werden an den Rand gedrängt", so der AHV-Vorsitzende. So wünschte Andreas Kuschbert den Anwesenden, dass sie die Zeit haben mögen, sich für ihre Mitmenschen Zeit zu nehmen und sie so wahrzunehmen, wie sie sind.

Ehrungen

Einer Tradition folgend, wurden auch auf dieser Weihnachtskneipe Bundesbrüder für ihre 50-jährige Mitgliedschaft mit dem 100-Semester-Band ausgezeichnet. So auch in diesem Jahr, wo AHV-Vorsitzender Andreas Kuschbert Bänder an Dr. Ehrhardt Geuß, Prof. Dr. Herbert Schumann und Heinz-Joachim Seidler überreichen konnte. "Mögen wir die Hoffnung haben, dass es auch in Zukunft Bundesbrüder gibt, die nach 50 Jahren Ernestina-Dasein sagen ,Mir ist es nie in den Sinn gekommen, mein Band zurückzugeben'", konstatierte Kuschbert in seiner Laudatio. "Ihr seid Vorbilder für die Aktiven und alle Bundesbrüder."

Der Besuch des Nikolauses gestaltete sich in diesem Jahr etwas anders, wies doch ein Aktiver in seinen Versen den Nikolaus recht deutlich in die Schranken und zeigte ihm seine Grenzen auf. Dennoch hatte der "hohe Gast" für den jungen Ernestiner ebenso ein Geschenk parat wie für die anwesenden 100-Semesterband-Träger sowie für AH Walter Hofmann, der in Vertretung der erkrankten Oberstudiendirektorin Brigitte Cleary ein Geschenk für die Schule in Empfang nehmen durfte.

AH Hofmann überbrachte denn auch zu fortgeschrittener Stunde die Grüße der Schulleitung an die Ernestiner und berichtete über Neuigkeiten an unserer Alma Mater. Vor allem erwähnte er den starken Zulauf an Neuzugängen (180) in diesem Schuljahr, so dass es derzeit sechs 5. Klassen gibt. Insgesamt hat das Ernestinum 1080 Schüler, darunter 352 Mädchen.

Und noch eine Tradition wurde an diesem Abend fortgesetzt. So überreichte AH Klaus Beyersdorf an AH Walter Hofmann wieder einen Band von der jüngsten Konferenz der Prinz-Albert-Gesellschaft, so dass das Ernestinum weiterhin die einzige Schule auf der Welt ist, die die komplette Sammlung aller Konferenzbände ihr eigen nennen darf. Andreas Kuschbert